KABAWIL e.V.

Zur Nicht-Sichtbarkeit von Frauen.

Elli und Inanna Tanztheater 16.12., 16 Uhr
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Frauen nicht sichtbar sind. Weil sie alt sind zum Beispiel. Oder arm. Weil sie Kinder haben, eine Uniform tragen oder weil ihr Körper nicht den herkömmlichen Schönheitsidealen entspricht. „Elli und Inanna“ ist ein Tanztheaterprojekt des Kabawil e.V., das die Nicht-Sichtbarkeit von Frauen in der Gesellschaft künstlerisch thematisiert. An der Entwicklung beteiligt sind 15 Frauen aus Düsseldorf im Alter zwischen 24 und 70 Jahren, darunter auch Migrantinnen aus Brasilien, Korea oder dem Iran. Unter der Anleitung der Künstlerinnen Sônia Mota und Louisa Rachedi (Tanz und Choreographie), Dariya Maminova und Thomas Klein (Musik), Angela Kamara (Creative Writing) und Petra Kron (künstlerische Leitung) erforscht die Gruppe die Gründe für das Nicht-sichtbar-Sein und arbeitet dabei auch Unterschiede zwischen den Kulturen heraus. Im Rahmen des achtmonatigen Entstehungsprozesses von „Elli und Inanna“ untersuchten die Teilnehmerinnen die gesellschaftliche Rolle der Frau in den verschiedenen Herkunftskulturen. „Es geht uns dabei um die offene Auseinandersetzung und Begegnung mit einem erweiterten Frauenbegriff“, sagt Petra Kron, Leiterin des Kabawil e.V. und künstlerische Leiterin des Tanztheaterprojekts. „Für manche Frauen aber auch darum, zu verstehen, was Frau-sein heute in Deutschland bedeutet.“ Mit der Produktion werfe man ein Licht auf die vergessenen Frauen. „Das Thema ist leider auch 2018 immer noch aktuell“, so Kron. Benannt wurde das Bühnenstück unter anderem nach Elvira Nagel, Spitzname Elli, einer 48-jährigen obdachlosen Frau, die im Winter 2017 vor dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen erfror. Elli hinterließ ein bewegendes Vermächtnis in einem Besucherbuch der Andreaskirche, das sie als ihr persönliches Tagebuch nutzte.

 

Ergänzendes Programm

Vortrag am 13.12. um 18 Uhr
Andrea Kron-Petrovic (Sozialtherapeutin, Beraterin für Biografiearbeit und Psychotraumatologie) spricht unter dem Titel „Ins Leben leben“ über persönliche Biografiearbeit mit besonderem Fokus auf Frauen. Anschließend Diskussion.

Am 14.12. um 18 Uhr findet die „Kabawiler Runde #4“ statt
Paneldiskussion zum Thema Sichtbarkeit und Nicht-Sichtbarkeit von Frauen in der Gesellschaft. Mit:
Mirjam Bensch (Stadtführerin und ehemalige Wohnungslose)
Ingeborg Nödinger (Diplomsoziologin & feministische Autorin)
Prof. Dr. Swantje Lichtenstein (Dozentin & Klangkünstlerin)
Moderation: Petra Welz (Unternehmensberaterin, Supervisorin)

 

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